Copy
Im Browser anzeigen 
Diesen Newsletter abbestellen ✖︎
Illustration: © Catherine Meurisse

Liebe Leserinnen und Leser,

aktuell sehne ich mich jeden Tag mehr nach Freiheit. Ich möchte mich endlich wieder mit Freundinnen und Freunden in Bars treffen, auf Konzerte und ohne Mund- und Nasenbedeckung einkaufen gehen. In manchen Momenten will ich all das mit großer Intensität, sofort und am besten noch mit einem Entschädigungsbonus für die verlorene Zeit. Ende und aus. Das kann es doch wirklich nicht mehr sein. Vielerorts sind die Bibliotheken noch immer geschlossen und nicht mal umarmen darf man sich! Ich fühle mich in meiner Freiheit eingeschränkt und bin nicht mehr gewillt, das noch lange hinzunehmen.

Wenn ich mich in diesem unproduktiven Trotzmodus befinde, hilft mir derzeit besonders eine Unterscheidung des Philosophen Isaiah Berlin, um mich wieder einzukriegen. Und zwar die zwischen negativer Freiheit, also der „Freiheit von etwas“, und positiver Freiheit, die die „Freiheit zu etwas“ beschreibt. Denn natürlich kann ich mich eigenverantwortlich frei von den Einschränkungen der aktuellen Maßnahmen machen und mich schon jetzt mit Freunden treffen, weil es doch so verlockend ist. Doch rückt die Freiheit zu einem Leben mit weniger Restriktionen für uns alle dadurch in keiner Weise näher. Ganz im Gegenteil, denn im Zweifel wird einigen Menschen durch das Vorpreschen in die vermeintlich so notwendige Freiheit anderer tatsächlich die grundlegendste aller Freiheiten genommen: Die Freiheit zu leben.

Auch in unserem heutigen Newsletter geht es um Solidarität. So geht der Philosoph Gernot Böhme der Frage nachob und wenn ja, welche Lehren wir aus der aktuellen Situation ziehen können, um als bessere Gesellschaft aus der Krise hervorzugehen.

Unseren Newsletter und die Denkanstöße zur Corona-Krise stellen wir Ihnen gerne kostenlos zur Verfügung. Wir freuen uns jedoch über Ihre Unterstützung durch ein Probeabo oder auf anderem Wege.

Bleiben Sie kritisch!

Ihr Dominik Erhard
(Redakteur)

Newsletter regelmäßig lesen

Denkanstoß von Gernot Böhme 

Der Schutz der Anderen

Durch die Corona-Krise sind wir zu gemeinwohlorientiertem Verhalten gezwungen. Das kann der Anfang für eine neue Form des Zusammenlebens sein.

Foto: visuals (Unsplash)

Zum Text

 Netzlese 

• Im Interview auf Spex.de spricht die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Ariane Schröder darüberwie sich unsere Wahrnehmung von Epidemien historisch verändert hat, warum diese kein „großer Gleichmacher“ sind und wie in welcher Form sie sich im Nachhinein in der Kunst widerspiegeln. 

• Im Guardian fordert Kenan Malik die ökologische Regeneration, die nun punktuell durch die Pandemie eingetreten ist, nicht zu romantisieren oder darin sogar eine Art Botschaft zu erkennen. Denn in der schwelgerischen Rede von „der Natur“ zeige sich vielmehr eine problematische Sakralisierung.

 Zum Innehalten 

Alle Bildung zielt darauf, sich von außen sehen zu lernen

 —Hans Blumenberg, Zu den Sachen und zurück (2002)

 Und abseits von Corona? 

Die letzte Zigarette

Nicht mehr lange, dann hat sich die europäische Tabakkultur in Luft aufgelöst. Für Gesundheit und Umwelt ist das gut. Dennoch geht etwas verloren. Denn Rauchen war auch immer eine philosophische Alltagsübung.
Ein Essay von Nils Markwardt.

Foto: Mathew MacQuarrie (Unsplash)

Zum Text
Facebook Facebook
Twitter Twitter
Instagram Instagram
Website Website
➤ Adresse ändern

✖︎ Newsletter abbestellen

➤ Warum bekomme ich diese E-Mail?

Philomagazin Verlag GmbH 2020
Hinweise zum Datenschutz: Wir haben u.a. Ihren Namen und Ihre Adresse gespeichert, weil wir die Daten zur Erfüllung des bestehenden Newsletter-Abonnementauftrags benötigen. Ihre E-Mail Adresse haben wir verwendet aufgrund Ihrer Einwilligung, Informationen des Verlags zu neuen Produkten und neuen Themen zu erhalten.
➤ Unsere Datenschutzerklärung.