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Info-Mail Wissenschaft
von respect_NFI & FH JOANNEUM Bad Gleichenberg

Im Fokus: Frische Impulse für einen zukunftsfähigen Tourismus


Ausgabe Nr. 6 (Februar 2021)

Liebe Leserin, lieber Leser!

Das Corona-Virus bestimmt nun schon über ein Jahr unser Leben – und die Tourismuswirtschaft. Im letzten Infomail Wissenschaft im Mai 2020 haben wir die Frage gestellt, wie Tourismus "nach Corona" aussehen wird. Diese Frage beschäftigt uns immer noch – und in dieser Ausgabe des Infomails Wissenschaft berichten wir über frische Impulse für einen zukunftsfähigen Tourismus.

Dazu präsentieren wir zwei Arbeiten der FH Joanneum Bad Gleichenberg: Eine Studie befasst sich mit dem sozialen Konfliktpotenzial eines klimafreundlichen Lebens- und Reisestils. Das verborgene Potenzial einer postwachstumsorientierten Tourismusentwicklung zur Vermeidung von Overtourism untersucht ein Student in seinem Forschungsprojekt.


Weiters werfen wir einen Blick nach Afrika, und zwar nach Gambia, wo wir mit dem Tourismusexperten Adamah Bah über die Folgen von COVID-19 auf die Tourismuswirtschaft in seinem Land sprechen, und über Gambias Weg zu einem nachhaltigen Tourismus.

Und – wie in jeder Ausgabe des Info-Mail Wissenschaft – führe ich auch diesmal wieder mit meinem Kollegen Harald A. Friedl (FH JOANNEUM Bad Gleichenberg) einen durchaus kontroversen Diskurs über die Frage, ob nachhaltiger Tourismus (mehr) Popoulismus braucht.

Ich wünsche eine interessante Lektüre – und freue mich über Kommentare an: cornelia.kuehhas@respect.at
 
Cornelia Kühhas

 

Welche sozialen und ökonomischen Einschränkungen hat der klimaschonende Lebensstil?

Von SANDRA MACHER, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Gesundheits- und Tourismusmanagement an der FH JOANNEUM Bad Gleichenberg
 

Klimaschonend leben klingt in erster Linie nach bewusstem Leben im Einklang mit der natürlichen Umwelt. Doch was, wenn das soziale Umfeld andere Werte hat? Kann man in unserer Gesellschaft wirklich klimaschonend leben und gleichzeitig ein „ganz normales“ Leben wie jeder andere führen? Dieser Beitrag berichtet von den Ergebnissen einer Studie über soziale und ökonomische Einschränkungen, die ein klimaschonender Lebensstil mit sich bringen kann. Zum Lebensstil gehört heutzutage auch das Reisen und es soll geklärt werden, wie klimaschonende Menschen reisen und was ihnen dabei wichtig ist.  

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COVID-19 und seine Auswirkungen auf den Tourismus in Gambia

Interview mit ADAMAH BAH (Institute of Travel and Tourism of The Gambia) 


Adamah Bah ist Vorsitzender des Vorstands des Institute of Travel and Tourism of The Gambia. Das Institut wurde 2008 gegründet und hat sich auf praxisbezogene Schulungen hauptsächlich im Reise- und Tourismussektor spezialisiert. Sein Anliegen ist es, verantwortungsvolle Geschäftspraktiken im Tourismus zu implementieren, um nachhaltigen Tourismus in Gambia zu fördern, zu unterstützen und umzusetzen – hier arbeitet das Institut mit verschiedenen Partnern zusammen.

Können Sie kurz die aktuelle Situation in Gambia aufgrund der Corona-Pandemie beschreiben – generell und speziell im Tourismus?

Das Corona-Virus hat schwerwiegende Auswirkungen auf die Wirtschaft von Gambia. Mit einer schwachen wirtschaftlichen Basis und der Notwendigkeit, praktisch alles zu importieren, ist die gambische Wirtschaft stark vom Tourismus abhängig, der etwa 20 % des BIP ausmacht. COVID 19 folgt auf den jüngsten Zusammenbruch eines der größten Reiseveranstalter Gambias, Thomas Cook. Ohne den Tourismus, der einer der größten Arbeitgeber und Devisenbringer ist, vergrößert sich die Armut der gambischen Bevölkerung. Die Kosten für Konsumgüter wie Reis, Zucker und andere Dinge des täglichen Bedarfs steigen aufgrund der Inflation, die hauptsächlich durch den hohen Wechselkurs des gambischen Dalasi zu anderen ausländischen Währungen verursacht wird. Die meisten kleinen Unternehmen, die vom Tourismus abhängig sind, wie Handwerksbetriebe, Reiseführer, Taxifahrer, Restaurants und Bars usw. sind nicht in Betrieb, was das Leben für Kleinunternehmer und diejenigen, die im informellen Sektor arbeiten, sehr schwierig macht.

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Degrowth im Tourismus anstelle von Overtourismus




Ein Forschungsprojekt im Rahmen einer Masterarbeit an der FH JOANNEUM über das verborgene Potenzial einer postwachstumsorientierten Tourismusentwicklung zur Vermeidung von Übertourismus – von LUKAS SCHILCHER, Student im Masterstudiengang "Gesundheitstourismus und Freizeitmanagement" an der FH JOANNEUM Bad Gleichenberg

Das Auftreten von massentouristischen Phänomenen und die damit verbundenen negativen Auswirkungen auf das Öko- und Gesellschaftssystem stehen heute sinnbildlich für das jahrzehntelange Wachstum im Tourismus. Vor allem die Ökosysteme in Küstengebieten, Gebirgsregionen und Süßwassergewässern werden durch eine hohe touristische Nutzungsintensität stark beeinträchtigt. Aber auch die Lebensqualität der Menschen, die in touristischen Hotspots leben, wird durch eine hohe Gästedichte eingeschränkt.

Lukas Schilcher stellt sich im Rahmen seines Forschungsprojekts an der FH JOANNEUM die Frage, inwieweit die Kernpositionen des Postwachstums-Ansatzes sowie dessen theoretische Stärken und Schwächen zur sachgerechten Lösung von Übertourismus beitragen können.

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Braucht nachhaltiger Tourismus (mehr) Populismus?

ein Diskurs zwischen CORNELIA KÜHHAS (respect_NFI) & HARALD A. FRIEDL (FH JOANNEUM Bad Gleichenberg)


Seit Jahrzehnten machen NGOs, WissenschafterInnen und auch Tourismusfachleute auf die negativen ökologischen, sozialen und ökonomischen Auswirkungen des (Massen-)Tourismus aufmerksam und zeigen Wege in eine nachhaltige Zukunft der Branche auf. Eine Trendwende in diese Richtung ist bislang nicht gelungen. Wie kann sie beschleunigt werden? Welche Strategien braucht es – etwa auch mehr Populismus?

Cornelia Kühhas, Expertin für Nachhaltige Tourismusentwicklung und Entwicklungszusammenarbeit bei respect_NFI, und Harald A. Friedl, Professor für Nachhaltigkeit und Ethik im Tourismus am Institut für Gesundheits- und Tourismusmanagement der FH JOANNEUM Bad Gleichenberg, wagten wieder das Vergnügen eines Diskurses über diese strittige Frage …

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Save the date!

Frauen im Tourismus

Veranstaltungsreihe (online bzw. hybrid) von respect_NFI & fairunterwegs
 

Frauen nehmen im Tourismus unterschiedlichste Rollen ein: Einerseits leisten sie einen Großteil der Arbeit, andererseits sind sie als Reisende unterwegs.

Gemeinsam mit nationalen und internationalen Expertinnen und Praktikerinnen werden wir beleuchten, wie sich die Rollen der Frauen im Laufe der letzten Jahrzehnte verändert haben, warum Frauen-Power für eine nachhaltige Entwicklung des Tourismus so wichtig ist und wie die COVID-19-Pandemie insbesondere Frauen (be)trifft.

Die geplanten Themen sind:

„Mehr Mut als Kleider im Gepäck“ – Wie reisten Frauen früher, wie reisen sie heute?
Haben sich die Reisemotive verändert? Wie reisen Frauen heute alleine? Welche Rolle spielen sie als Konsumentinnen, z.B. bei der Planung des Familienurlaubes? Welche Rolle spielt die Nachhaltigkeit für sie? Welche Rolle haben reisende Frauen als Botschafterinnen der Gleichberechtigung? Was hat sich durch COVID-19 verändert?

„Sun, Sand & ceiling“ – Frauen in touristischen Führungspositionen
Welche Rollen und Positionen nehmen Frauen im Tourismus ein? Welche touristischen Interessensvertretungen und Best-practice-Unternehmen werden von Frauen geführt? Welche Rolle spielen Frauen in der touristischen Start-up-Szene? Was hat sich durch COVID-19 verändert?

„Herrliche Aussichten“ – Frauen im Tourismus zwischen Chancen und Ausbeutung
Seit Jahrzehnten verspricht der Tourismus, die Geschlechtergerechtigkeit zu fördern und die Frauen zu stärken. Neue Studien zeigen, unter welchen Voraussetzungen sich das Versprechen einlösen ließe, wohin sich der Tourismus tatsächlich bewegt und wie COVID-19 die Entwicklung beeinflusst.

Geplante Termine:
6. & 20. & 27. Mai 2021, jeweils ab 17 Uhr (bis ca. 19 Uhr) (Online- bzw. Hybrid-Veranstaltungen)

Weitere Details folgen! Voranmeldungen sind bereits möglich unter: cornelia.kuehhas@respect.at

Aktuelles


 

 "A Human Rights Narrative: Additional value for your company, suppliers and customers"
Webinar des "Roundtable Human Rights in Tourism"
23 Februar 2021, 11–12 Uhr (CET)

Dieses Webinar fokussiert auf die effektive und glaubwürdige Kommunikation von menschenrechtsbezogenen Bemühungen. Es richtet sich explizit an Personen, die innerhalb eines Tourismusunternehmens oder einer tourismusnahen Organisation mit der Kommunikation betraut sind:
Erfahren Sie, wie Ihr Engagement kommuniziert werden kann. Erhalten Sie das Know-how, wie man über Menschenrechte spricht, ohne abschreckend zu wirken. Verstehen Sie den Nutzen einer Menschenrechtsnarrative, um resilienter zu sein.
Mehr Informationen und Anmeldung --->


Termine der FH JOANNEUM Bad Gleichenberg

Virtual Open House an der FH JOANNEUM in Bad Gleichenberg
11. März 2021, 16–20 Uhr
Online-Info-Veranstaltung über das Bachelor-Studienprogramm „Gesundheitsmanagement im Tourismus“ an der FH JOANNEUM ---->

Virtual Open House an der FH JOANNEUM in Bad Gleichenberg
12. März 2021, 16–20 Uhr
Online-Info-Veranstaltung über die Master-Studiengänge „Gesundheitstourismus und Freizeitmanagement“ und „Sport- und Eventmanagement“ sowie „Gesundheitsförderung und Public Health“ ---->

23. März 2021
Ende der Bewerbungsfrist für Bachelor-Studiengang „Gesundheitsmanagement im Tourismus“ (Frühlingstermin) ----> 

1. Juni 2021
Ende der Bewerbungsfrist für Master-Studiengang „Gesundheitstourismus und Freizeitmanagement“ (Sommertermin) ----> 

 
Das Info-Mail WISSENSCHAFT wird von respect_NFI und der FH JOANNEUM Bad Gleichenberg als Sonderausgabe des respect_NFI-Info-Mails herausgegeben. Das Info-Mail WISSENSCHAFT erscheint zwei Mal jährlich.

           
 
Wir freuen uns über Ideen, Anregungen, Termine und News aus dem Bereich Nachhaltige Tourismusentwicklung an cornelia.kuehhas@respect.at.
 


Photos Header: Cornelia Kühhas; ATLED NF Algerien
Photos: Hanns Kirchmeir, Cornelia Kühhas, Nathalie Kühhas, Lisa Schopper


Redaktion: Cornelia Kühhas (respect_NFI) & Harald A. Friedl (FH JOANNEUM Bad Gleichenberg)

respect_NFI (Naturfreunde Internationale), Viktoriagasse 6/1, A-1150 Wien |
FH JOANNEUM Bad Gleichenberg, Institut für Gesundheits- und Tourismusmanagement,
Kaiser-Franz-Josef-Straße 24, A-8344 Bad Gleichenberg

 
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