|
|
März 2022
Liebe Leserin, lieber Leser!
In diesen schwierigen Zeiten möchten wir dennoch auch den Blick auf Projekte und Initiativen lenken, die uns hoffnungsfroh stimmen. Da wären zum Beispiel die beiden Gewinner der TO DO Awards: Tourismus-Initiativen im Himalaya-Gebiet und in Katalonien schaffen Perspektiven, faire Arbeitsbedingungen und ein sicheres Einkommen für die lokale Bevölkerung und bringen so eine nachhaltige, qualitativ hochwertige Tourismusentwicklung voran.
Und der EDEN-Award 2022 – die jährliche Auszeichnung für nachhaltige Destinationen in Europa – geht an die dänische Stadt Middelfart.
Die Europäische Kommission hat letztes Jahr die ersten Schritte auf dem "Transition Pathway for Tourism" gesetzt – Akteure der Tourismusbranche und der Zivilgesellschaft sind aufgerufen, ihre Expertise einzubringen, um die Wende zu einer nachhaltigen Tourismusentwicklung in Europa zu schaffen.
Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre!
Cornelia Kühhas & das Team von respect_NFI
|
|
TO DO Awards 2022 vergeben
Der Studienkreis für Tourismus und Entwicklung vergibt den TO DO Award 2022 an „Himalayan Ecotourism“ (HET), das im Norden Indiens Trekking-Touren durch den Great Himalayan Nationalpark anbietet. HET arbeitet als lokale Kooperative und Reiseunternehmen. Im Fokus stehen die Schaffung von guten Arbeitsbedingungen für die Tour Guides, die Sicherung eines Einkommens der lokalen Bevölkerung, das ihre Unabhängigkeit ermöglicht, sowie die Vertretung der Interessen der Bevölkerung beim Ausbau der touristischen Infrastruktur.
Der „TO DO Award Human Rights in Tourism“ geht in diesem Jahr an AGUICAT. Der Verein wurde 2016 mit dem Ziel gegründet, die Interessen lizenzierter Gästeführer*innen in Katalonien zu bündeln und langfristig den Qualitätsstandard ihrer Dienstleistungen zu sichern.
TO DO Award | TO DO Award Human Rights in Tourism
WeltJournal Tourismus – Zwischen Wunsch und Wirklichkeit
Eine aktuelle Bestandsaufnahme zur Situation des Tourismus in Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas bietet diese aktuelle Publikation von Brot für die Welt. Das Dossier trägt Analysen und Infografiken zusammen – vom Ressourcenverbrauch des Tourismus bis hin zur Rolle von Frauen, lässt Partnerorganisationen aus aller Welt zu Wort kommen und stellt politische Forderungen zur global gerechten Gestaltung des Tourismus. Download --->
Studie: Potenzial des Tourismus in Entwicklungs- und Schwellenländern
Der Studienkreis für Tourismus und Entwicklung hat die dritte Fortschreibung der Studie „Tourismus in Entwicklungs- und Schwellenländern“ veröffentlicht. Sie analysiert wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Effekte des Tourismus, Akteure mit ihren jeweiligen Angeboten und Bedarfen, Qualitätskriterien für einen zukunftsfähigen Tourismus sowie Einschätzungen von mittel- und langfristigen entwicklungspolitischen Wirkungen des Reisens in Länder des Globalen Südens.
Die Studie zeigt Perspektiven eines künftigen Tourismus auf, bei dem die Qualität bzw. die positiven Langzeitwirkungen touristischer Angebote im Fokus stehen. Dabei sind insbesondere vier Handlungsfelder von Bedeutung: der Kampf gegen den Klimawandel (und damit auch die Ansprechbarkeit der Urlauber*innen auf Umwelt- und Sozialverantwortlichkeit beim Reisen), das Ermöglichen von interkulturellen Begegnungen und kulturelle Selbstbestimmtheit der bereisten Destinationen, die Verhinderung und Bekämpfung von Menschenrechtsverletzungen sowie die Stärkung der Informations- und Bildungsarbeit. Mehr Informationen --->
Lovely Planet. Mit dem Herzen reisen und die Welt bewahren
„Dem Reisen eine neue Qualität zu verleihen, die weniger vom Konsum- und Wachstumsgedanken getrieben ist und mehr von Zufriedenheit, Genügsamkeit und Entschleunigung geleitet, ist kein Verzicht, sondern ein Gewinn für uns alle und die Welt, in der wir leben. Alles, was es dafür braucht, tragen wir bereits in unserem Herzen – wir müssen es nur erkennen.“ Maria Kapeller fragt sich in ihrem Buch wie, warum und mit welchen Folgen wir reisen. Sie spricht mit Psycholog*innen, Nachhaltigkeitsforscher*innen, Philosoph*innen und vielen mehr über Ressourcenverschwendung und soziale Ungleichheit, über inneres Wachstum und Zufriedenheit und ruft dazu auf, in die eigene Verantwortung hineinzureisen und uns dadurch selbst eine neue, wohltuendere Reise-Realität zu schaffen, von der alle profitieren.
Erscheinungstermin: 24.3.2022, Verlag Kremayr & Scheriau
Mehr Informationen --->
|
|
AUS DER PRAXIS – FÜR DIE PRAXIS
|
|
Aktiv gegen Ausbeutung im Tourismus – auch in Europa
Bei Menschenrechtsverletzungen im Tourismus denken wir als erstes meist an ferne Länder. Doch auch in Europa, vor unserer Haustüre, werden Menschen im Tourismus ausgebeutet. In einem Webinar des Roundtable Human Rights in Tourism im Februar berichtete Sara Lorrai, Generalsekretärin der Gewerkschaft „Fisascat Cisl Ogliastra“, über die schlechten Arbeitsbedingungen im Tourismus in Sardinien – Stundenlöhne von 3 Euro, Arbeitstage von 12 Stunden und mehr am Stück, ohne freie Tage über Wochen und Monate u.ä.m.
Wie ein verantwortungsvolles Geschäftsmodell im Tourismus erfolgreich umgesetzt werden kann, zeigte Naomi Lindfield. Mit ihrer Firma „Scedaddle Italia“ hat sie sich auf Radtourismus in Sardinien spezialisiert. Außerdem hat sie „Active Italy“ gegründet, eine Plattform für Reiseanbieter, denen Nachhaltigkeit wichtig ist. Den Videomitschnitt des Webinars können Sie auf der Seite des Roundtable Human Rights in Tourism ansehen. --->
Herausragende Reiseziele in Europa als Vorbilder für nachhaltigen Tourismus
Seit 2007 zeichnet die Initiative „European Destinations of Excellence“ (EDEN) nachhaltige Reisedestinationen aus, um eine zukunftsfähige Tourismusentwicklung in Europa zu fördern. In diesem Jahr wurde die Stadt Middelfart in Dänemark zur „European Destination of Excellence“ gekürt.
Vor Kurzem ist auch die erste Ausgabe des „EDEN Best Practices Reports“ veröffentlicht worden. Vorgestellt werden die innovativsten Projekte, Ideen und Initiativen jener Destinationen, die beim EDEN-Wettbewerb teilgenommen haben. Zum Report --->
|
|
|
|
Fahrplan zum klimaneutralen Fliegen
Die NGO Transport & Environment zeigt in ihrer aktuellen Publikation den Weg zu einem klimaneutralen Luftverkehr in Europa bis zum Jahr 2050 auf. Schritt 1: Reduktion des Flugverkehrs – kein weiterer Ausbau der Flughäfen in Europa und Reduktion der Geschäftsreisen per Flugzeug auf 50 Prozent des Vor-Corona-Niveaus. Schritt 2: Klare Rahmenbedingungen und Vorgaben in der EU schaffen – Besteuerung von Kerosin, Flugticketabgaben und Einbeziehung aller Luftverkehrsemissionen in den EU-Emissionshandel. Schritt 3: Neue Technologien forcieren – grüner Wasserstoff, erneuerbare Energien. Mehr Informationen --->
Wegweiser zu EU-Förderungen für Tourismus
Der Online-Leitfaden zu EU-Förderungen im Tourismus wurde aktualisiert. Der Leitfaden hilft bei der Suche nach geeigneten Finanzierungsmöglichkeiten und enthält aktuelle Ausschreibungen. Zudem werden Beispiele für geförderte Tourismusprojekte vorgestellt. Mehr Informationen --->
Den europäischen Weg zu einem nachhaltigen Tourismus mitgestalten
Im Februar hat die Europäische Kommission ihren „Transition Pathway for Tourism“ vorgestellt. Dieser wurde in einem breiten Stakeholder-Prozess, an dem Akteure der Tourismusbranche und der Zivilgesellschaft beteiligt waren, entwickelt. Der „Wegweiser“ enthält die wichtigsten Maßnahmen, um den ökologischen und digitalen Wandel der Branche umzusetzen sowie deren langfristige Widerstandsfähigkeit zu fördern. Stakeholder sind aufgerufen, bis Ende Mai 2022 in einer Online-Umfrage ihr Interesse an einer Zusammenarbeit zu bekunden und ihren möglichen Beitrag zu den 27 Themenbereichen bekannt zu geben. Mehr Informationen --->
Re-set des Alpentourismus
Wie kann ein Neustart für einen klimaneutralen, partizipativen und resilienten Tourismus in den Alpen gestaltet werden? Diese Fragestellung stand im Zentrum des CIPRA-Projekes „Reset Alpentourismus“. In Fokusgruppen in den Alpenländern sowie einem transalpinen Webinar erarbeitete das Projektteam mit Expert*innen und Regionalmanager*innen Strategien für einen zukunftsfähigen Alpentourismus. Die Ergebnisse: Es braucht stimmige Strategien zur Besucher*innenlenkung und Mediation zwischen verschiedenen Interessen- und Nutzergruppen. Subventionen müssen statt umweltschädlicher Tourismusangebote nachhaltige Innovationen unterstützen. Dazu braucht es die Verknüpfung öffentlicher Mittel mit nachhaltigen Strategien. Langfristig müssen die Arbeitsbedingungen in der Branche verbessert sowie das Problem der Saisonarbeit gelöst werden. Mehr Informationen --->
Passy ist die Alpenstadt des Jahres 2022
Die 11.300 Einwohner*innen zählende Stadt Passy in der Region Auvergne-Rhône-Alpes wird für ihre Politik der nachhaltigen Entwicklung mit dem Titel „Alpenstadt des Jahres 2022“ ausgezeichnet. Die Jury überzeugte das Engagement für energetische Sanierungen von (öffentlichen) Gebäuden, für die Erhaltung des kulturellen Erbes und den Schutz von Naturräumen. Mehr Informationen --->
Emissionen reduzieren, Betriebskosten senken
Eine neue Studie von EY Parthenon, OC&C Strategy Consultants und Booking.com zeigt, dass der Beherbergungssektor bis zum Jahr 2050 768 Mrd. Euro investieren muss, um Netto-Null-Emissionen erreichen zu können: 243 Mrd. Euro sind für Investitionen in Maßnahmen zur Verringerung von Treibhausgasen nötig sowie 525 Mrd. für die Ökologisierung der Energieversorgung der verbleibenden Emissionen. Die Studie rechnet auch vor, dass viele der nötigen Maßnahmen (76 %) nicht nur zum Klimaschutz beitragen, sondern auch die Betriebskosten senken. Mehr Informationen --->
|
|
|
|
Initiative Klimateller
Was bedeutet Klimaschutz konkret in der Küche? Das zeigt die Initiative „Klimateller“ des Klimaschutzministeriums (BMK) und der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV). Mit einer Informationskampagne, der Vorstellung von Good-Practice-Beispielen und Schulungsangeboten will man den Weg zu einer klimafreundlichen Hotelküche beschreiten, bei der vegetarische bzw. vegane, bio, regionale und saisonale Schmankerl Fixstarter sind. 450 Millionen Mahlzeiten, die im Jahr 2018 nur an Hotelgäste verabreicht wurden, zeigen, dass hier ein großes Potenzial zur CO2-Vermeidung liegt.
Mehr Infos auf der Seite des Österreichischen Umweltzeichens | PA ÖHV
Beschäftigungsmodelle im Tourismus neu denken
Auch in diesem Jahr lobt das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT) gemeinsam mit der Österreichischen Tourismusbank (ÖHT) die Leuchtturm-Förderungsaktion im Tourismus aus. Gesucht sind diesmal innovative Beschäftigungsmodelle und Mitarbeiter*innen-Konzepte für die Hotellerie und Gastronomie, die Lösungsansätze für die aktuellen Herausforderungen am touristischen Arbeitsmarkt zeigen und auch langfristig umsetzen. Projekteinreichungen werden bei der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank GmbH bis zum 30. Juni 2022 entgegengenommen. Mehr Informationen --->
|
|
TERMINE
Non-CO2 effects: time to finally address aviation´s full climate impact
28. März 2022, 14.00–18.00 Uhr (Hybrid-Veranstaltung)
Bei der Diskussion um den Beitrag des Luftverkehrs zum Klimawandel konzentrierte man sich bislang auf die CO2-Emissionen. Doch zwei Drittel der gesamten Klimaauswirkungen des Luftverkehrs sind auf Nicht-CO2-Effekte zurückzuführen, wie der Bericht der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) vom November 2020 zeigt. Mehr als ein Jahr später stellt diese Veranstaltung von Transport & Environment u.a. die Frage, wo die EU bei der Minderung dieser Auswirkungen steht. Mehr Informationen --->
salz21
11.–12. Mai 2022, Salzburg
„Zukunft am Fluss“ ist das Motto dieses Netzwerkformats, bei dem Business-Matchmaking, Vorträge, Coachings, Workshops, Open Space (mit und ohne Cross Innovation), Strategie-Spiele, Trainings und zahlreiche andere Formate Raum zur persönlichen Entwicklung bieten. Mehr Informationen --->
|
|
|
|
|
|
|
|
|