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Mit dem Impuls Newsletter informieren wir Sie vierteljährlich über Neuigkeiten und aktuelle Entwicklungen im Bereich der Verkehrspsychologie. 
impuls GmbH
Cover Photo Newsletter Impuls GmbH
 
Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Kollegen und Mitarbeiter,


mit unserem zweiten Newsletter möchten wir Sie wieder über die aktuellen Neuigkeiten und Entwicklungen im Bereich der Verkehrspsychologie auf dem Laufenden halten. 

Dies sind die Themen:
 
Zahlen und Maßnahmen punkteauffälliger Fahrer
 
MPU und MPU-Vorbereitung schützt vor Rückfällen
 

CLEAN hat sich bewährt

Aggression im Straßenverkehr




Zahlen und Maßnahmen punkteauffälliger Fahrer

Im Jahr 2009 wurden bei Unfällen auf Straßen der Europäischen Union mehr als 35.000 Menschen getötet und 1.500.000 Menschen verletzt. Die Folgekosten werden auf jährlich 130 Milliarden Euro geschätzt. Mehr als 90 % aller Unfälle im Straßenverkehr sind durch menschliches Fehlverhalten verursacht.

Im Jahr 2010 wiesen lediglich 77.000 Personen, das sind 0,8 % aller im Verkehrszentralregister eingetragenen Personen, einen Stand von 14 Punkten und mehr auf. Es kann angenommen werden, dass es sich hier um einen speziellen Fahrertypus handelt, dem es trotz vorangegangener Maßnahmen nicht gelingt, sich im Straßenverkehr regelgerecht zu verhalten.

Bei den punkteauffälligen Fahrern findet man insbesondere die Bereitschaft, sich im Interesse des eigenen Fortkommens über Normen und Regeln des Straßenverkehrs hinwegzusetzen. Diese Faktoren können verbunden sein mit einem erhöhten Aggressionspotenzial, einer Einschränkung des Impulskontrollsystems und/oder einer beeinträchtigten Emotionsregulation. Sie sind diagnostizierbar und können durch spezielle verkehrspsychologische Maßnahmen positiv in Richtung erhöhter Selbstkontrolle und psychischer Stabilität, Normenakzeptanz sowie Risikobewusstsein beeinflusst werden, wenn die Maßnahme gezielt auf die Personengruppe zugeschnitten ist. Deswegen führt die Impuls GmbH für punkteauffällige Fahrer die speziellen Programme FREEWAY und FREEWAY plus durch, in denen ausschließlich auf diesen Fahrertypus fokussiert wird.


 
MPU und MPU-Vorbereitung schützt vor Rückfällen

Eine vom VdTÜV in Auftrag gegebene Untersuchung zur Verkehrsbewährung alkoholauffälliger Fahrer hat ergeben, dass die MPU als prognostisch sicheres Instrument einzuschätzen ist, weil im Durchschnitt nach positiver Begutachtung oder einer § 70 FeV Empfehlung lediglich 7,4 % erneut mit Alkohol im Straßenverkehr aufgefallen sind.

An der Untersuchung haben 1.600 Personen teilgenommen, die zwischen November 2005 und Oktober 2006 eine MPU absolvierten. Das Bewährungsergebnis wurde über einen Zeitraum von drei Jahren nach der MPU anhand von Abfragen aus dem Verkehrszentralregister (VZR) beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) überprüft.

Als Kontrollgruppe wurden Fahrteilnehmer überprüft, die mit einer Alkohol-Ordnungswidrigkeit im Straßenverkehr auffällig geworden waren, ohne dass die Fahrerlaubnis entzogen oder die Eignung in Frage gestellt worden wäre.

Interessant war nun, dass sich die Untersuchungsgruppe nicht von der Kontrollgruppe unterschieden hat, d. h. obwohl bei den MPU-Fällen eine fortgeschrittenere Alkoholproblematik angenommen werden kann, werden sie nicht häufiger rückfällig als die Fahrer mit einer reinen Ordnungswidrigkeit, so dass von einer sehr guten Prognosefähigkeit der MPU ausgegangen werden kann.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis ist der Vergleich zu früheren Studien desselben Themas in den 90er Jahren (ALKOEVA & EVAGUT), in denen eine durchschnittliche Rückfallquote von 12 % ermittelt wurde. Da mit Beginn der Verkehrstherapie in den 90er Jahren die Anzahl der Kunden, die sich auf die MPU vorbereiten, enorm angestiegen ist, kann somit davon ausgegangen werden, dass auch die professionellen MPU-Vorbereitungsmaßnahmen ein bewährtes Instrument für die Verkehrssicherheit ist.


 
CLEAN hat sich bewährt
 
Die Anerkennungsbescheide für die Durchführung des Kursprogramms CLEAN der Impuls GmbH ist in den Bundesländern befristet bis zum 31.12.2011. Bis dahin muss die Wirksamkeit des Kurses durch eine wissenschaftliche Evaluationsstudie nachgewiesen werden. 
Mit Freude dürfen wir Ihnen mitteilen, dass die Ergebnisse der wissenschaftlichen Evaluationsstudie ein sehr positives Resultat zeigen.
Die Ergebnisse der Legalbewährung zeigen, dass von den drogenauffälligen Kraftfahrern, die an einem Kurs des Programms CLEAN der Impuls GmbH teilgenommen haben, im Beobachtungszeitraum von 36 Monaten 92,31 % unauffällig blieben. Von den 
7,69 % der auffälligen Kursteilnehmer wurden: 

  • 3,85 % durch eine erneute Fahrt unter Drogeneinfluss,
  • 2,40 % durch eine Fahrt unter Alkoholeinfluss und
  • 1,44 % durch unerlaubtes Entfernen vom Unfallort 

auffällig. Damit ist die Wirksamkeit des Kursprogramms CLEAN deutlich bestätigt. 
Das Ergebnis erlaubt nun der Impuls GmbH, bei den Anerkennungsbehörden den Antrag auf unbefristete Anerkennung zu stellen. Wir werden daher gemäß § 70 (2)  um eine Anerkennung des Kursprogramms CLEAN als Kurs zur Wiederherstellung der Kraftfahreignung in den betreffenden Bundesländern bis zum 31.12.2026 bitten. 
Wir freuen uns sehr, den Ihnen betreuten Bürgern mit dem Kursmodell CLEAN als Kurs zur Wiederherstellung der Kraftfahreignung weiterhin eine Dienstleistung mit hoher Qualität und Wirksamkeit im Sinne der Verkehrssicherheit anbieten zu können.
 


Aggression im Straßenverkehr

Wenn junge Männer häufig mit Ärger, Wut und Aggressionen auffallen, das Risiko suchen und ihre Grenzen testen wollen, dann stellen Sie ein hohes Risiko für die Sicherheit im Straßenverkehr dar. Zugespitzt lassen sich so die Ergebnisse eines Beitrags von Witthöft, Hofmann und Petermann (2011) in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift für Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie (59) zusammenfassen.

Tatsächlich wird davon ausgegangen, dass bis zu 56 % aller Todesfälle im Straßenverkehr auf aggressives Verhalten zurückzuführen sind. Dies ist einer der Gründe, weshalb Anhaltspunkte für erhöhtes Aggressionspotential zu Zweifeln an der Fahreignung führen und im Rahmen einer MPU geklärt werden müssen (§ 11 Abs. 3 FeV). Zusammenhänge zeigen sich mit erhöhter Unfallrate, Verkehrsverstößen und mit vermehrtem Fahren unter Alkoholeinfluss.

Bedeutsam für die richtige Einschätzung des Aggressionspotentials ist die Unterscheidung der Autoren zwischen einem proaktiven und reaktiven Typen. Der reaktive Typ entspricht dem klassischen Bild des Aggressiven: Er lässt sich leicht provozieren und fällt durch Ärger und Impulsivität auf (Brüllen, roter Kopf, Drohgebärde). Der proaktive Typ dagegen setzt aggressives (Fahr-)Verhalten bewusst ein, um seine eigenen Interessen durchzusetzen („Ich bin wichtiger als die anderen", „Wenn ich dicht auffahre, macht er Platz"). Dabei zeigt er keine oder nur geringe Gefühlsreaktionen, was von anderen häufig als besonders kalt und psychopathisch erlebt wird.

Beide Typen sind in der Persönlichkeit tief verwurzelt und oft bis in die Kindheit zurückzuverfolgen. Die psychologische Aufarbeitung gestaltet sich entsprechend intensiv, führt bei den Betroffenen aber meist zu durchschlagenden Verbesserungen in mehreren Lebensbereichen, also über das reine Verkehrsverhalten hinaus.



Wir bedanken uns für die Rückmeldungen und Anregungen zu unserem ersten Newsletter und für den inspirierenden Austausch im Jahr 2011.

Wir wünschen Ihnen Frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr 2012. 




 
   Herzliche Grüße
   Ulrich Veltgens
   und das gesamte Impuls-Team





Dipl.-Psych. Ulrich Veltgens
Geschäftsführer Impuls GmbH
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