Copy
Diese Email im Browser lesen

Liebe Kunden, Freunde und Kollegen,

bevor wir Ihnen nächste Woche einen Newsletter über unsere ersten Erkenntnisse aus dem Zukünfte Seminar schicken und darin auch eine Case Study von einem Projekt mit einem Medienunternehmen vorstellen, wollten wir heute auf ein paar Inhalte eingehen, die uns aktuell beschäftigen.

In dieser Ausgabe unseres Newsletters finden Sie einiges an Lesematerial. Unter anderem zu Estland, welches fantastische Digitalisierungsprojekte hervorbringt. Und wenn Sie mehr in Kritische Zukunftsforschung eintauchen wollen, haben wir ein Paper rausgesucht, welches nicht nur aus akademische Sicht eine große Relevanz hat.

Viele Grüße

Johannes Kleske & Igor Schwarzmann

Regierung als (digitale) Plattform

In einer Unterhaltung über die möglichen Entwicklungen zur Festigung von demokratischen Prinzipien in den Nachfolgestaaten von Jugoslawien mit einer Bekannten, die Fellow am Johns Hopkins School of Advanced International Studies in Washington DC ist, sind wir unweigerlich auf Estland zu sprechen gekommen.

Die Regierung als eine Plattform ist dort kein Projekt, sondern bereits lang gelebte Realität. Deswegen hat der New Yorker diesem kleinen Land östlich von Polen einen sehr langen Artikel gewidmet und kommt zwangsläufig zu der Frage: Ist das, was dort aufgebaut wurde und weiter ausgebaut wird, die Zukunft davon wie Regierungen arbeiten werden bzw. sollten?

Die Realität ist, natürlich und nicht nur, weil wir immer auf die Mehrzahl von Zukunft pochen werden, etwas komplexer.

Die Motivation von Estonia, eine andere Form von Verwaltung aufzubauen, ist nicht nur aus der Fantasie von Digitalisierungspionieren entfacht worden. Es geht um Selbsterhaltung. Als sich Estonia 1991von der Sowjetunion abgespaltet hat, wurde die Frage bereits formuliert: Wie können wir in dieser neuen Realität sicherstellen, dass wir nicht wieder eingenommen werden?

Das ist nicht die Denkweise, mit der wir in Deutschland und in großen Teilen von Europa vorgehen müssen. Dennoch können wir viel aus der Arbeit, die dort geleistet wird, lernen. Sie ist ein perfektes Beispiel, wie Regierung, Unternehmen und NGOs zusammen in einer VUKA-Welt agieren können

„This is fortunate because, as Estonians have learnt throughout history, if more people can find our country on a map then we are more likely to remain on that map.“

Unser alter Freund Ben Hammersley, mit dem wir schon vor acht Jahren bei der Cognitive Cities Conference (viele der Talks sind noch heute erstaunlich aktuell) zusammengearbeitet haben, hat vor zwei Jahren eine hervorragende Einführung in die von Estland entwickelte E-Residency geschrieben.

Eine allgemeine und gute Übersicht über die Entwicklungen im Bereich von Government-as-a-Platform gibt es bei Public Digital.

Abteilung: Kritische Zukunftsforschung

Welche Bilder von der Zukunft hat wer im Kopf und warum – so lässt sich, grob vereinfacht, das Interesse der kritischen Zukunftsforschung beschreiben. Statt neue Zukunftsbilder (Zukünfte) zu entwickeln, beschäftigt sie sich vor allem mit den bestehenden und deren Wirkung.

Michael Godhe und Luke Goode haben dazu ein faszinierendes Paper veröffentlicht, in dem sie unter anderem die folgenden Kernfragen der „Critical Future Studies“ an Zukunftsbilder zusammentragen:

  • Wie wird die Zukunft zum Leben erweckt?
  • Welche Art von Zukunft wird heraufbeschwört?
  • Wer würde in solch einer Zukunft leben wollen (und wer nicht)?
  • Was wird erwartet, wie wir in dieser Zukunft ankommen?
  • Worin liegt die Überzeugungskraft solch einer Vision?
  • Was ist die historische Entwicklung, die dieser Vision der Zukunft zugrund liegt?

Das Ziel der kritischen Zukunftsforschung ist den Diskurs um mögliche, wahrscheinliche und wünschbare Zukünfte zu erweitern. Sie fragt explizit, wer und was in den bestehenden Zukunftsbildern nicht vorkommt und warum.

„The point of Critical Future Studies, in this view, is to defamiliarize unquestioned, sedimented or “common sense” discourses of the future, to shake them up in order to broaden the field of possibility.“

Auch im Kontext von Zukünften im Unternehmenskontext sind die Fragen und Methoden der kritischen Zukunftsforschung sehr hilfreich. So zeigen sie blinde Flecken auf und sensibilisieren für anderen Perspektiven als die eigene.

Wir verstehen es als unsere Aufgabe, die Ansätze der (kritischen) Zukunftsforschung aus dem akademischen Kontext in den praktischen (Arbeits)Alltag zu holen.

So haben wir angefangen, in unsere Zukünfte-Prozesse und Seminare immer wieder Reflexionsschlaufen einzubauen, um unausgesprochene Annahmen zu hinterfragen. Das hilft uns, nicht immer bei den gleichen Zukünften anzukommen, sondern bewusst die Pluralität abseits der ausgetretenen Pfade zu suchen. Denn dort entstehen die spannenden Möglichkeiten, um vom Reagieren ins Agieren zu kommen.

Wir wünschen viel Erfolg bei der Entwicklung Ihrer eigenen Zukünfte!

Wir freuen uns auf Ihr Feedback.
Vereinbaren Sie einen Termin mit uns.
Wenn Sie Personen kennen, die diese E-Mail interessieren könnte, leiten Sie sie gerne weiter.
Vielen Dank!
Medium
Instagram
Twitter
Facebook
Website


Newsletter abbestellen

Email Marketing Powered by Mailchimp