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TW Podcast & Interview im Nomad Magazin
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Liebe Kunden, Partner und Interessierte,

hier in Berlin beginnen übermorgen die Schulferien und damit auch die Zeit im Jahr, in der viele Projekte eine langsamere Gangart einlegen. Das schafft Raum, um die erste Jahreshälfte Revue passieren zu lassen und sich auf die zweite Jahreshälfte auszurichten. Die dürfte maßgeblich von der Bundestagswahl geprägt sein, was wiederum vielen in unserer Nähe – unser Büro ist ca. einen Kilometer Luftlinie vom Regierungsviertel entfernt – einen eher arbeitsreichen Sommer bescheren dürfte.

Es ist kein Geheimnis, dass wir bei unserer strategischen Arbeit auch immer den politischen Kontext miteinbeziehen und dazu ermutigen, die Rahmenbedingungen der digitalen Welt aktiv zu gestalten, statt sie den Narrativen und Lobbyinitiativen der Digitalkonzerne zu überlassen. Viele unserer Thesen dazu hat Johannes in einem ausführlichen Interview mit dem Nomad Magazin erklärt. Igor hat unseren Podcast reaktiviert, um von seinen Gesprächspartnern mehr über die gesellschaftlichen Aspekte der Digitalisierung zu lernen.

Uns interessiert, welche Fragen Sie diesen Sommer mit an den Strand oder in die Berge nehmen. Welche Herausforderung, für die Sie noch die richtige Herangehensweise suchen, wartet im Herbst auf Sie? Wir würden uns gerne mit Ihnen darüber austauschen. Schreiben Sie uns, rufen Sie uns an – wir sind gespannt.

Liebe Grüße aus Berlin-Mitte
Igor Schwarzmann & Johannes Kleske

PS: Apropos, Politik – Johannes hat im Frühjahr mit drei Freunden einen Newsletter mit praktischen Tipps für politisches und gesellschaftliches Engagement gestartet. Mehr dazu auf was-machen.org.

Interviewauszug: Das Digitale ist politisch

Johannes hat dem Nomad Magazin ein ausführliches Interview gegeben, in dem viele der Themen zur Sprache kommen, die uns aktuell beschäftigen. Exemplarisch haben wir die Antwort auf die Frage ausgewählt, was wir mit dem Slogan ‚Das Digitale ist politisch‘ verbinden, der auch Teil unserer 10 Thesen zur Digitalisierung ist.
 
nomad magazin doppelseite johannes kleske

Gerade in Deutschland als Ingenieursland neigen wir dazu, Technologie als neutral zu betrachten, als eigenständige Instanz, die von unseren menschlichen Eigenschaften wie Emotionalität und Irrationalität losgelöst funktioniert. Das ist natürlich völliger Quatsch. Denn alle Maschinen werden von Menschen für bestimmte Ziele geplant, programmiert und eingesetzt. Deswegen ist auch die oben genannte Frage, ob die Maschinen uns die Arbeit wegnehmen, falsch. Es sind nicht die Maschinen, die Jobs ersetzen, sondern die Menschen hinter den Maschinen, die entscheiden, einen Job von einer Maschine ausführen zu lassen. Wir programmieren bewusst oder unbewusst unsere eigenen Vorurteile, unsere Werte und unser ganzes Weltbild in die Software hinein, allein schon dadurch, wie wir sie aufsetzen, was wir einbauen und was wir weglassen oder welche Trainingsdaten wir einem Machine-Learning-Algorithmus zur Verfügung stellen.

Man feiert in der Digitalisierung gerne die Disruption als Ausdruck bahnbrechender Innovation. Damien Williams hat aber mal schön gekontert:
 
„Wenn du das Leben der Menschen disruptierst, ohne die Infrastruktur zu entwickeln, die ihnen hilft, neue Möglichkeiten zu erfassen und einzusetzen, hast du denselben moralischen Wert wie ein Hausbrand.“

Viele in der Tech-Branche und weit darüber hinaus weigern sich immer noch anzuerkennen, dass mit ihren digitalen Angeboten auch eine gesellschaftliche Verantwortung einhergeht. Vieles, was zum Beispiel in der sogenannten Gig Economy als Innovation gefeiert wird, beruht grundlegend auf Ausbeutung. Ein Unternehmen wie Facebook will die Kommunikationsheimat für zwei Milliarden Menschen sein, weigert sich aber, seine Verantwortung bei der Verbreitung von Nachrichten anzuerkennen.

Man braucht sich nur die Zahl der Lobbyisten der Tech-Konzerne in Berlin, Brüssel und den anderen Politikzentren anzusehen, um zu verstehen, dass hier hart um die Deutungshoheit in Bezug auf die Rolle von Technologie in unserem Alltag gerungen wird.

Der Slogan Das Digitale ist politisch, inspiriert von der zweiten Frauenbewegung in den Siebzigern, die das Private als politisch propagierte, ist ganz bewusst als Provokation gedacht, dass man sich dem nicht entziehen kann.

Dabei geht es mir nicht darum, das Digitale zu verteufeln, sondern darum, es bewusst zu gestalten und das nicht den Tech- Konzernen allein zu überlassen. John Muir, der Gründer des Sierra Clubs in den USA, hat es perfekt auf den Punkt gebracht:
 
„Es geht nicht darum, sich blind gegen den Fortschritt zu stellen. Es geht darum, sich gegen den blinden Fortschritt zu stellen.“

Letztlich geht es mir darum, dass wir als Bürger in der Digitalisierung wieder selbstbestimmungsfähig werden. Aktuell fühlen wir uns häufig den Entscheidungen der Konzerne und auch der Politik ausgeliefert. Wir verstehen die technischen Details nicht und fühlen uns ohnmächtig ob der Rolle von Technologie, die uns im Alltag häufig aufgedrängt wird. Ich bin der Meinung, dass man das nicht einfach akzeptieren muss, sondern dass man alternative Wege entwickeln kann. Das geht aber nicht allein. Das geht nur gemeinsam.

Das ausführliche Interview ist im Nomad Magazin Nr. 3 zu lesen (in gut sortierten Zeitschriftenläden und online erhältlich).

Podcast: Third Wave Conversations

Wir haben unser Podcast-Format neu gestartet.
Third Wave Podcast

Igor über das neue Format: „Ich habe mich entschieden Third Wave Conversations zu starten, weil ich einen Versuch starten möchte gleichzeitig zu lernen und andere an meinem Lernprozess teilhaben zu lassen.“ Mehr dazu
 
In der erste Folge ist Igors Gast Marguerite Joly, Head of New Business Initiatives beim Ullstein Verlag.
Neben der Veränderung der Buchbranche und der Bedeutung von digitalen Erfahrungen für die Transformation von analogen Geschäftsmodellen sind auch Themen wie Feminismus Teil der Unterhaltung.

Lesetipps


How can we stop algorithms telling lies?
Cathy O'Neil vergleicht die Anfänge der „Algorithmen-Industrie“ mit den Anfängen der Automobil-Industrie und leitet daraus gesellschaftliche Möglichkeiten für die notwendige Schutzmechanismen ab.

Wir meinen dazu: Transparente Algorithmen werden mittelfristig ein eigenes Marktsegment erzeugen. Wer heute schon dazu forscht, kann sich einen Vorteil verschaffen. 


The Benefits of Taking a Slower Approach to Innovation
Sam Ford und Federico Rodriguez Tarditi beschreiben, was sie als Leiter eines Teams gelernt haben, das bewusst auf langfristige Entwicklungen ausgerichtet war.

Wir meinen dazu: Brauchen Unternehmen neben Digital Labs nicht auch Slow Innovation Labs? Wir denken schon und helfen gerne bei der Konzeption und Implementierung.


How Artificial Intelligence Will Redefine Management
Dieser Artikel beschreibt fünf Vorgehensweisen für Manager innerhalb eines Arbeitskontexts, in dem künstliche Intelligenz eine immer größere Rolle spielt. Vorausschauende Unternehmen fangen jetzt an, ihre Manager für diese Fähigkeiten zu traineren.

Wir meinen dazu: Vor kurzem haben wir beim 5. AOK Management-Symposium über ein neues Leitbild für ‚Führung in der digitalen Welt‘ gesprochen. Ist das auch für Ihr Unternehmen interessant?
 
Wir sind auf Ihr Feedback gespannt.
info@thirdwaveberlin.com
+49.30.27593718
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Vielen Dank!
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