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Digitale Führung & Responsive Innovation
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Liebe Kunden, Partner und Interessierte,

die Sommerpause geht zu Ende und wir erwarten einen vollgepackten Herbst. Wir haben die ruhigeren Wochen im August genutzt und noch mal einige Themen inhaltlich vertieft. Einen Ausschnitt davon präsentieren wir in diesem Newsletter. 

Seit über zwei Jahren sprechen wir inzwischen über die Unternehmenskultur als Schlüssel zur digitalen Transformation. In den letzten Monaten beobachten wir vermehrt, wie diese Erkenntnis sich durchsetzt und auch von immer mehr Studien bestätigt wird. Umso mehr freuen wir uns, dass in den kommenden Monaten dazu neue Projekte und Vorträge anstehen. 

Liebe Grüße aus Berlin-Mitte
Igor Schwarzmann & Johannes Kleske
 

Die digitale Transformation hat ein Führungsproblem

 

Wenn wir in den letzten Monaten Mitarbeiter von Unternehmen gefragt haben, wie es bei ihnen mit der Digitalisierung läuft, war die Reaktion fast immer die gleiche: dramatisches Augenrollen. Sie sind ob der halbherzigen Insellösungen und halbgaren Veränderungsprozess weitgehend innerlich ausgestiegen. In unseren Führungsvorträgen sprechen wir inzwischen von den zynischen Mitarbeitern als größte Hürde für die digitale Transformation. Nun liefert Capgemini die Zahlen dazu, die bestätigen, dass es sich hier vor allem um ein massives Führungsproblem handelt.

Artikel: C-suite beware: Employees do not believe in your digital strategy
 
Die komplette Studie ist ein Muss.

Es gibt eine riesige Lücke zwischen der Selbstwahrnehmung der Führungskräfte und der empfundenen Realität in ihren Unternehmen. Das ist das Ergebnis, wenn die digitale Transformation auf Technologie reduziert wird und der eigentliche Kulturwandel ignoriert wird. Oder wie wir gerne sagen:
 
Alles ist digitalisiert, 
nichts ist transformiert.

Digitale Transformation fängt bei der Unternehmenskultur an und deswegen braucht sie ein mutiges Management – dieses muss vorangehen und vorleben. Nur so kann es den Boden für den digitalen Erfolg bereiten. Wir arbeiten dazu derzeit im Rahmen unseres Leadership-Coachings an einem neuen Leitbild für die Rolle von Führung in der digitalen Welt. Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie mehr wissen wollen. 

Responsive Innovation


Unter diesem Begriff sammeln wir eine wachsende Anzahl von Konzepten und Ansätzen, die bewusst den gesellschaftlichen Kontext in die Entwicklungsprozesse einbeziehen. Dabei geht es um einen Gegenentwurf zur rein disruptiven Innovation, die sich ausschließlich auf den unternehmerischen Erfolg ausrichtet und die gesellschaftliche Verantwortung ausklammert (vgl. Uber, Facebook etc.). Responsive Innovation begreift sich dagegen als Teil der Welt, die sie prägt und von der sie geprägt wird. ​
 
Good School

 

Johannes war im August zum zweiten Mal als Dozent bei der Good School in Hamburg, um mit den Teilnehmern des Update Digital über den Einsatz von Zukunftsszenarien als Tool für responsive Innovation zu sprechen. Oder anders ausgedrückt:
 
Nicht nur das Auto antizipieren,
sondern den Stau!

(nach Frederik Pohl)

Hier sind zwei Beispiele aus dem Bereich Responsive Innovation:


Beispiel: Human-Centered Machine Learning

Googles Ansatz für ‚Human-Centered Machine Learning‘ ist ein guter Startpunkt für ein Design-Framework für ML-basierte Produkte. Wir würden den Human-Centered-Part noch um eine systemische Analyse ausbauen, um z. B. Vorurteile und Diskriminierungen aktiv zu vermeiden und Konsequenzen zu antizipieren. Auch für die Trainings- und Feedbackprozesse sollte explizit für Diversität geplant werden. Dazu hilft es, den Prototypen immer wieder bewusst in andere Kontexte zu bringen und basierend auf den Reaktionen anzupassen. Das meinen wir, wenn wir von Responsive Innovation sprechen.

Artikel: Human-Centered Machine Learning
 

Beispiel: Ethischer User Research

In einer Zeit, in der „User Research“ vor allem verwendet wird, um neue Dark Patterns zu entwickeln, mit denen die Nutzer zu mehr Zeitvertreib und Interaktion manipuliert werden sollen (aka Growth-Hacking), sollte man regelmäßig die ethischen Grundlagen der eigenen Methoden hinterfragen. Wir sind der Überzeugung, dass sie letztendlich zu nachhaltigeren Ergebnissen führen. 

Artikel: Conducting Ethical User Research

Wer die Narrative bestimmt, bestimmt die Zukunft


Eine der größten Herausforderungen beim Thema Künstliche Intelligenz derzeit ist die Trennung der Technologien von den Narrativen über sie (siehe auch Elon Musk). Was passiert, wenn die Narrativen zum Hype (gemacht) werden und die technologische Realität nicht mehr mit kommt, sieht man derzeit gut bei IBMs Watson. Das führt dann zu Aussagen wie dieser: „IBM Watson is the Donald Trump of the AI industry – outlandish claims that aren’t backed by credible data.“ (Oren Etzioni, CEO of the Allen Institute for AI and former computer science professor)

Artikel: Why Everyone Is Hating on IBM Watson—Including the People Who Helped Make It

 
Als Johannes 2013 das erste Mal auf der Republica über Automatisierung und Algorithmen sprach, waren die Möglichkeiten für Maschinen Krebs zu diagnostizieren, ein wichtiges Signal für das „zweite Maschinen-Zeitalter“. Seitdem ist in diesem Feld viel passiert, was dieser New-Yorker-Artikel ausführlich erklärt. Vor allem aber zeigt er auf, wie das bessere Verständnis für die Möglichkeiten der Technologie auch die zukünftige Rolle des Menschen klarer macht. Der Algorithmus diagnostiziert den Krebs, die Dermatologin findet den Grund für ihn und kann so eine ganzheitliche Therapie entwickeln.

Artikel: A.I. VERSUS M.D. – What happens when diagnosis is automated?

Während von den Konferenzen bis zu den Feuilletons über die Automatisierung diskutiert wird, verkündet die Kanzlerin neulich, dass sie bis 2025 die Vollbeschäftigung – Arbeitslosenquote unter 3 Prozent – erreichen möchte. Obwohl heute der Arbeitsmarkt vom ständig zunehmenden Fachkräftemangel geprägt ist, erwarten wir übermorgen die AI-getriebene Arbeitslosigkeit. Uns fasziniert diese temporale Blackbox, für die wir als Gesellschaft annehmen, dass in ihr irgendwann der Dynamikwechsel passiert. Sie ist ein hilfreiches Vehikel, um Thesen zur Zukunft der Arbeit zu entwickeln. Vielleicht enthält sie z.B. viele neue Jobs, deren Aufgabe es ist Algorithmen auf bestehende Jobs zu trainieren …

Neues vom Third Wave Podcast

Ausgabe 2 mit Conor Delahunty dreht sich um das Thema Design und Verantwortung
In Ausgabe 3 erfahrt ihr von Hendrik Thiele u.a. wie es ist mit Third Wave zu arbeiten. 
Wir sind auf Ihr Feedback gespannt.
info@thirdwaveberlin.com
+49.30.27593718
Wenn Sie Personen kennen, die diese E-Mail interessieren könnte, leiten Sie sie gerne weiter.
Vielen Dank!
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