Copy
Copenhagen Letter for Tech
Diese Email im Browser lesen

Liebe Kunden, Partner und Interessierte,

vor vier Jahren habe ich eine umfassende Kritik des Berliner Startup-Ökosystems veröffentlicht. Darin habe ich vor allem kritisiert:

  • Startups sind sehr oft viel weniger kreativ oder progressiv als sie vorgeben
  • In Berlin sind es oft die wenig innovativen und sehr bewährten Businessmodelle, die zum Tragen kommen
  • Die Argumentation der Politik, dass die Digitale Wirtschaft einen positiven Nettoertrag für die Stadt leistet, stimmt nicht

Damals waren wir mit unseren Äußerungen alleine auf weiter Flur. Heute sieht die Situation anders aus. Wenn wir mit unseren Kunden sprechen und ihnen erklären, dass Startups in vielen Kontexten nichts anderes als Finanzprodukte sind, räsoniert unsere Narrative inzwischen deutlich mehr.

Immer mehr Menschen registrieren, dass Startups nicht die Antwort auf alle Digitale-Transformation-Fragen sind. Sie merken, dass hinter der Narrative der Innovationsfähigkeit von kleinen Unternehmen und neuen Technologien häufiger weniger Substanz ist als alle Beteiligten sich erhoffen. Sie realisieren, dass Imitation nicht der einzige Weg sein kann um Fortschritt mit zu gestalten.

Doch nicht nur außerhalb der Startup-Welt und Technologieindustrie ist dies ein Thema – auch innerhalb dieser.
 

Der Copenhagen Letter for Tech

Vor einigen Wochen war ich der Einladung zu einem 48-Stunden-Think-Tank nach Kopenhagen gefolgt. 150 Menschen haben innerhalb von 48 Stunden den Copenhagen Letter for Tech formuliert.

Es war eine diverse Gruppe, die jedoch vor allem aus Menschen bestand, die aus der Technologie- und Digitalisierungswelt kommen – von Kickstarter-Mitgründern über prominente Investoren bis hin zu Tüftlern und Musikern. Und alle, wirklich alle, waren sich einige darüber, dass die Form, wie sich Technologie und die dahinter stehende Industrie auf die gesamte Welt ausgewirkt hat, nicht nur positiv zu bewerten ist. Es war sowohl überraschend als auch erfreulich zu hören, wie namhafte Personen aus den Tiefen der Berliner Startup-Welt auf der Bühne ihre Realisation eingestanden, dass sie in dem digitalen Äquivalent der Tabakindustrie arbeiten. Ihr Werk hat ähnlich zu Sucht und Abhängigkeit geführt wie Zigaretten. Wir alle – gemeinsam – haben den Wunsch und das Interesse, dass sich dies ändert.

Während nicht alle Beteiligten an diesem Prozess mit nur positiven Eindrücken aus Kopenhagen nach Hause gereist sind, bin ich vor allem optimistisch, was die Auswirkungen des Diskurses und des Statements angeht. Nicht weil ich mit jedem Wort im Copenhagen Letter for Tech 100 Prozent übereinstimme, sondern weil, wie es so schön auf Deutsch heißt, Erkenntnis der erste Schritt zu Besserung ist. Weil jetzt auch das Interesse innerhalb der Industrie existiert eine kritische Auseinandersetzung mit den eigenen Handlungen zu suchen. Weil sich daraus die Thematik der Digitalen Transformation von ihrer binären Auseinandersetzung zu einem diversen, kreativeren und deswegen auch wieder spannenden Themenfeld entwickeln kann.

Hier ein Auszug aus dem Dokument:

Design open to scrutiny. We must encourage a continuous, public, and critical reflection on our definition of success as it defines how we build and design for others. We must seek to design with those for whom we are designing. We will not tolerate design for addiction, deception, or control. We must design tools that we would love our loved ones to use. We must question our intent and listen to our hearts.

Ich kann nur allen empfehlen sich das Resultat aus dieser Zusammenarbeit genau durchzulesen, sich selbst ein Bild davon zu machen und gerne mit uns, ob per Email oder in einem direkten Austausch, zu spiegeln!

Podcast: Third Wave Conversations

Neue Folge mit Julia Straub von covolution!
Third Wave Podcast
Julia Straub ist die Mitgründerin von covolution. Zusammen mit Julia und ihrem Kollegen Sören haben wir in der Vergangenheit bereits viel über Organisationsentwicklung und Digitale Transformation diskutiert. Wir haben auch gemeinsam Workshops gehalten und sogar ein umfangreiches Paper zu den Problemen von deutschen Innovations Labs veröffentlicht.

Vor etwas mehr als einem Jahr hat Julia zusammen mit zwei anderen Menschen covolution gegründet und dies war eine gute Gelegenheit zusammen über die aktuellen Herausforderungen und Möglichkeiten in der Transformation von deutschen Unternehmen zu sprechen. Wir packen viele Themen an, es wird ab und an der Tür geklingelt und hat mich daran erinnert, dass Podcasts nie am Vormittag aufgenommen werden sollten und wir sind uns nicht immer einig. Viel Spaß beim hören und ich hoffe, dass ihr diesen Podcast gerne weiterempfehlt!

Zum Podcast.

Lesetipps


The Seven Deadly Sins of AI Prediction
Rodney Brooks, der ehemalige Leiter des Computer Science and Artificial Intelligence Lab am MIT, über die falschen und irreführenden Vorhersagen bezüglich Robotik und Künstliche Intelligenz.

Wir meinen dazu: Ein fantastischer Artikel der vor allem eins macht: beruhigen. Ja, Machine Learning und Künstlische Intelligenz ist und wird auf absehbare Zeit ein wichtiges Thema sein. Aber wir sollten uns nicht zu sehr von angeblich immanenten Veränderungen unserer Welt zu sehr aufscheuchen lassen.

The Man Who Made Adidas Cool Again
Ein langes und hervorragendes Portrait von Adidas neuem Creative Director, Paul Gaudio. Es braucht nicht nur Jugend und Neues um eine Marke und einen Konzern wie Adidas zu verändern, sondern auch die Erfahrung und Ruhe einer seniorigen Person.

Wir meinen dazu: Gaudio hat verstanden, dass es nicht nur um die Oberfläche und Markenwahrnehmung geht bzw. dass diese sich nur verändern lassen, wenn auch der Rest des Unternehmens die kommunizierten Werte leben kann. Der von ihm propagierte Führungsstil ist ein gutes Beispiel für Gärtner statt Generäle

There's Blood In The Water In Silicon Valley
Ben Smith, der Chefredakteur von Buzzfeed, beschreibt die veränderte politische Lage, in der sich Silicon Valley plötzlich wiederfindet. Sehr lange waren die Technologieunternehmen die Lieblinge der Politik. Der Wind dreht sich gerade. Sowohl in Europa als auch in den USA wird der politische Druck auf die Unternehmen größer.

Wir meinen dazu: Hubris kommt vor dem Fall. In vielerlei Hinsicht sind Technologieunternehmen sowohl pychologisch als operationell nicht darauf vorbereitet mit politischem Druck umzugehen. Es wird spannend.
 
Wir sind auf Ihr Feedback gespannt.
info@thirdwaveberlin.com
+49.30.27593718
Wenn Sie Personen kennen, die diese E-Mail interessieren könnte, leiten Sie sie gerne weiter.
Vielen Dank!
Medium
Instagram
Twitter
Facebook
Website


Newsletter abbestellen

Email Marketing Powered by Mailchimp