Hallo, liebe Freunde der C.G. Jung-Gesellschaft Berlin e.V.,
 

wieder zunächst in aller Kürze: 

Unsere diesmal englischsprachige Eröffnung des neuen Studienjahres mit einem Workshop »Leadership« von Prof. Dr. Andrew Samuels aus London, einem der renommiertesten Jungianer weltweit, haben wir einigermaßen zweisprachig bewältigt. Eindrucksvoll und leidenschaftlich war auch die Diskussion zum Film von Jan Schomburg  »Über uns das All«  Ende September im Bundesplatz-Kino, wenn auch ohne Jan Schomburg, da er wegen Dreharbeiten verhindert war. 

Am 28.10. zeigen wir mit dem Bundesplatz-Kino den Film »Der Räuber« von Benjamin Heisenberg (Berlinale Beitrag 2010) zu. Auch Benjamin Heisenberg ist leider verhindert, wir sind aber im Gespräch mit dem Hauptdarsteller und dem Kameramann, was sicherlich auch eine spannende Diskussion verspricht.

Bei unserem monatlichen Vortrag im November geht es wieder in vertrautere Gefilde: für den 8. November 2014 haben wir unser Mitglied Helge Böttger gewinnen können, der uns die Gralslegende aus Sicht der Analytischen Psychologie darstellen wird. Es handelt sich um eine sehr besondere Präsentation, da Helge Böttger auch Musiker ist und ein Musical zum Gral komponiert hat. Daraus wird er einige Stücke vortragen.

Am kommenden Wochenende und Ende November wird in diesem Jahr auch wieder das Leseseminar zum Roten Buch C.G. Jungs stattfinden. 

Schließlich können wir uns Ende November auf den Film von Gerd Conradt freuen. Genaueres erfahren Sie im Folgenden.

 

Oktober/November 2014
 

Samstag, 25. Oktober 2014, 11 - 14 Uhr  | Lektüreseminar
Dr. Christiane Henke, Dr. Günter Langwieler, Lina Launhardt (Berlin)
»Das rote Buch C.G. Jungs«

Es handelt sich um den elften Termin. Wir lesen die letzten Seiten des Liber Primus, des ersten Buches des Roten Buches. Es werden wieder Textauszüge mitgebracht. Es können auch neue Interessenten hinzukommen, man braucht aber eine gewisse Zeit, um sich in dem doch recht komplexen Text zurechtzufinden. Aber gerade das Lesen in der Gruppe hilft zu einem vertieften Verständnis und eröffnet immer wieder neue Perspektiven, die sich beim Lesen „im stillen Kämmerlein“ eher nicht auftun. Es ist beabsichtigt, bei der folgenden Sitzung am 22. November 2014 eine Zwischenbilanz unserer bisherigen Arbeit mit dem Roten Buch zu ziehen und wollen das auf besondere Weise tun. Mehr wird noch nicht verraten. 

Für neu Hinzukommende noch einmal der Ankündigungstext:
»Das Rote Buch zu lesen ist ein Abenteuer ganz eigener Art., denn die Frage, was dieses Buch eigentlich ist, ist nicht so leicht zu beantworten. Ist es ein Traumbuch, eine philosophische Abhandlung, eine Dichtung mit bunten Bildern, eine moderne mythologische Erzählung, ein farbig bebilderter Essay-Roman, eine Dokumentation prophetischer Visionen, eine Offenbarung, eine Privatbibel, ein Gesamtkunstwerk, ein Bericht über ein psychologisches Experiment mit Imaginationen? Die Reihe ließe sich fortsetzen, denn das Rote Buch ist ein Kosmos ganz eigener Art. Jung selbst sah darin später den Urstoff für sein ganzes späteres Werk.

Wir wollen in dem fortlaufenden Seminar das Rote Buch lesen und seinen kulturhistorischen, ideengeschichtlichen und psychologischen Zusammenhang erforschen. So wie das Rote Buch eine dialogische Auseinandersetzung eines imaginierenden Ichs mit seinen Phantasien beinhaltet, ruft es geradezu nach einem Dialog zwischen dem unmittelbaren Text und seinem Leser. Es soll deshalb auch Raum für die persönlichen Gedanken, Gefühle und Bilder der Teilnehmer zum gelesenen Text gegeben werden.«

Zur Person: 
Dr. jur. Christiane Henke,  Studium der  Germanistik, Anglistik, Philosophie  und Rechtswissenschaften. Lebt als freie Autorin in Berlin. Sie ist freie Mitarbeiterin beim RBB Fernsehen und schreibt als Autorin vor allem für das öffentlich rechtliche Radio.

Dr. med. Dipl.-Psych. Günter Langwieler, Studium der Psychologie und Humanmedizin, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse und Psychotherapie, niedergelassen in eigener Praxis, Dozent am C.G. Jung-Institut Berlin, Vorsitzender der C.G. Jung-Gesellschaft Berlin, zahlreiche Vorträge und Veröffentlichungen zu Jungs Werk (Wotan, Zarathustra-Seminar, Rotes Buch etc.).

Lina Launhardt, Studium der Soziologie, Kunstgeschichte, Allg. und Vergl. Literaturwissenschaften, Modellstudiengang Kulturarbeit, arbeitet als freie Autorin, u.a. Publikation von Katalogtexten, Film- und Ausstellungsprojekten im Bereich der Gegenwartskunst, seit 2006 intensive Beschäftigung mit dem Werk C.G. Jungs, seit 2011 Promotionsprojekt „Im Dialog mit der objektiven Psyche – Das Rote Buch von C.G. Jung und seine Bedeutung für den Archetypenbegriff“ bei Prof. Dr. Dr. phil. Harald Walach, Europa Universität Viadrina, Frankfurt/Oder. 

 

Dienstag, der 28. Oktober 2014, 20.30 – ca. 23.30 Uhr  | Reihe
»Psyche und Film« in Kooperation mit dem Kino am Bundesplatz
Anschliessende Diskussion mit N.N. 
»Der Räuber« Regie und Drehbuch: Benjamin Heisenberg, Ö/D 2010 (98 min.) 

Zum Film:  
Es handelt sich um eine Verfilmung eines Romans von Martin Prinz über den österreichischen Bankräuber, Mörder und Marathonläufer Johann Kastenberger, der auf der 60. Berlinale im Wettbewerb lief. Im Spiegel kommentierte Wolfgang Höbel: »Der Räuber beginnt mit bleichen, wie tot wirkenden Menschen, die sich hinter Zäunen und in engen Räumen bewegen und kaum reden. Also ziemlich genau der Sorte Kino, die man von einem Regisseur aus dem Umkreis der sogenannten Berliner Schule erwartet.(…) Das Überraschende an Heisenbergs Film aber ist, wie toll er uns Zuschauer doch ein paar Mal in echte fiebernde Thrillerspannung versetzt.«  Nach seiner Haftzeit wegen eines Banküberfalls, wo er im Gefängnis Marathonläufer wird, führt er ein Doppelleben als Sportler, der von Preisgeldern lebt und eine Beziehung zu einer Frau führt, und einem Leben mit Maske und Schrotflinte, die er bei zahlreichen Banküberfällen benutzt. Er verstrickt sich immer mehr in kriminellen Aktionen, erschlägt seinen Bewährungshelfer und auf der Flucht weitere Opfer, bis er schließlich in einer erbarmungslosen Jagd endet. Die Bezüge zu Schillers »Die Räuber« sind nicht rein zufällig. Benjamin Heisenberg wird selbst anwesend sein und mit uns diskutieren. (immer unter dem Vorbehalt, dass nicht kurzfristig andere Verpflichtungen eintreten.)

Ort / Kino am Bundesplatz
Kostenbeitrag: Eintrittspreis Kino (9 EUR / ermässigt 7,50 EUR)



Samstag, 8. November 2014, 15 – 18 Uhr  | Vortrag mit Musik
Helge Böttger (Berlin)
»Die Gralslegende aus Sicht der Analytischen Psychologie«

Zum Vortrag schreibt uns Helge Böttger:
»Es gibt wohl kaum einen Mythos, über den in 1000 Jahren so viel geschrieben wurde, wie über Arthus und seine Gralsritter. Die Faszination dieser Legende von Parzifal und seiner Suche nach dem Gral entsprach dem damaligen Bedürfnis nach Individuation, der Entwicklung der Individualität, welches im traditionellen Christentum keine Aufnahme fand. Das Gralsabenteuer -  die innere Suche nach den schöpferischen Werten, das heißt das „wüste Land“ zu erlösen und die Wunde des Fischerkönigs Amfortas zu heilen – ist wieder für uns eine unumgängliche Aufgabe geworden. Heute wie damals fehlt es an fester Orientierung und Halt im Außen. In der Sicht der Tiefenpsychologie C.G. Jungs ist der Gral – ähnlich wie das mystische Gefäß der Alchemie – ein Symbol des Selbst, das Streben des Menschen nach Ganzheit und conjunctio der Gegensätze im Gefäß der individuellen Psyche.«

Zur Person:
Helge Böttger ist Psychologischer Psychotherapeut und Psychoanalytiker in eigener Praxis in Berlin. Zusätzlich arbeitet er auch musiktherapeutisch. Er ist Mitglied er C.G. Jung-Gesellschaft Berlin und des C.G. Jung-Institutes Berlin. Als Musiker und Komponist hat er ein Musical zum Gral geschrieben. Daraus wird er einige Stücke vortragen. 

Kostenbeitrag 10 / 8 / 5 €  (Gäste/Mitglieder und Rentner/Studierende und Erwerbslose)

 

Samstag, 22. November 2014, 11 - 14 Uhr  | Lektüreseminar
Dr. Christiane Henke, Dr. Günter Langwieler, Lina Launhardt (Berlin)
»Das rote Buch C.G. Jungs«

Es handelt sich um den zwölften Termin. Nähere Angaben siehe oben 25. Oktober 2014.



Dienstag, 25. November 2014, 20.30 – ca. 23.30 Uhr  | Reihe
»Psyche und Film« in Kooperation mit dem Kino am Bundesplatz
Anschliessende Diskussion in Anwesenheit von Gerd Conradt 
»Video Vertov« Regie: Gerd Conradt (93 min.) 

Zum Film:
In dem Dokumentarfilm geht es um »Ein Leben zwischen Liebe und Revolution«. Der Dokumentarfilmer liefert ein historisches Selbstporträt ab. Als Rahmenhandlung dient eine Erzählung an die Enkel, darin wird über Jahrzehnte entstandenes Video-Material eingebettet. Gerd Conradt greift Erinnerungen an die bewegte 68er Zeit auf, spricht über Revolution und Auftritte der »Roten Fahne«, berichtet auch von Reisen und Liebe, von Meditationen und ständigen Versuchen der Selbstfindung. Zwischen Sinnsuche und historischen Dokumenten deutscher Geschichte zeigt er seine Lust am Experimentieren und Provozieren, gesteht Fehler ein und schafft dabei ein persönliches Porträt seiner selbst.

Gerd Conradt wird selbst anwesend sein und mit uns diskutieren, (immer unter dem Vorbehalt, dass nicht kurzfristig andere Verpflichtungen eintreten.)

Ort / Kino am Bundesplatz
Kostenbeitrag: Eintrittspreis Kino (9 EUR / ermässigt 7,50 EUR)

 

Alle Veranstaltungen finden, sofern nicht anders angegeben, wie gewohnt im Evangelischen Kirchenforum Stadtmitte an der Parochialkirche, Klosterstr. 66, 10179 Berlin, U Klosterstraße, U/S Jannowitzbrücke statt.

Informieren Sie sich bitte regelmäßig auf unserer Homepage zu weiteren Veranstaltungen und zum Jahresprogramm  und empfehlen uns weiter. 


Mit freundlichen Grüßen,  

Dr. Günter Langwieler
1. Vorsitzender
C.G. Jung-Gesellschaft Berlin e.V.

 

Unsere Adresse:
c/o Dr. Günter Langwieler
Merseburger Str. 14
D-10823 Berlin
Telefon +49 (0)30 611 13 74 (AB)
Email post@jungberlin.de
Internet www.jungberlin.de

Email Marketing Powered by Mailchimp