Hallo, liebe Freunde der C.G. Jung-Gesellschaft Berlin e.V.,
 
die Sommerpause nähert sich ihrem Ende und wir möchten Sie informieren, was Sie im September/ Oktober in der C.G. Jung-Gesellschaft Berlin e.V. erwartet. In aller Kürze: am letzten Dienstag im Monat September, also am 30. September 2014, können Sie im Bundesplatz-Kino den Film von Jan Schomburg  »Über uns das All« von 2011 ansehen. Donat Keusch wird in die Diskussion einführen. Am 28.10. zeigen wir »Der Räuber« von Benjamin Heisenberg (Berlinale Beitrag 2010), der bislang zugesagt hat zu kommen, um mit uns seinen Film zu diskutieren.
 
Für die Eröffnungsveranstaltung unseres nächsten Studienjahres 2014/2015 haben wir einen der international bekanntesten Jungianer gewinnen können, Prof. Andrew Samuels aus London, der mit uns einen Workshop zum Thema »Leadership« macht. Andrew Samuels hat so illustre politische Persönlichkeiten wie Nelson Mandela, Tony Blair, Lula aus Brasilien und Obama beraten. Der Workshop ist zwar in Englisch, Andrew Samuels spricht aber langsam und verständlich, zusätzlich wird Dr. Jörg Rasche zusammenfassend übersetzen. Außerdem setzen wir im Oktober unsere beiden Reihen zur Traumarbeit und zum Roten Buch fort. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

 

September/Oktober 2014
 

Dienstag, der 30. September 2014, 20.30 – ca. 23.30 Uhr  | Reihe
»Psyche und Film« in Kooperation mit dem Kino am Bundesplatz
Einführung in die anschliessende Diskussion: Donat F. Keusch 
(Jan Schomburg hatten wir angefragt, er musste aber kurzfristig wegen Dreharbeiten absagen)
»Über uns das All« Regie und Drehbuch: Jan Schomburg, D 2011 (88 min.) 

Zum Film schreibt Jan Schomburg: 
»Die erste Annäherung an die Geschichte von »Über uns das All« war ein Interesse und in gewisser Hinsicht auch eine Faszination für Situationen im Leben, in denen unvermittelt die komplette Vergangenheit sich umdeutet, in denen alles, was man für unumstößlich hielt, zu einer vagen, formlosen Masse wird. Dieser plötzliche neue Blick auf die Vergangenheit, auf die Liebe, auf die eigene Wahrnehmung. Die Verunsicherung angesichts des Zusammenbruchs der unmittelbarsten Gewissheiten des eigenen Selbst, diese unvorstellbare Perspektivverschiebung. Unter anderem deswegen ist »Über uns das All« ein Film geworden, der sehr von unterschiedlichen Perspektiven geprägt ist. Nicht nur die Perspektivverschiebung über das Vergangene spielt dabei eine Rolle, in das mit der Hauptfigur auch der Zuschauer gerät. Mit dem radikalen Wechsel in der Mitte des Films, wenn die Erzählperspektive unvermittelt von Martha auf Alexander übertragen wird, möchte ich die Möglichkeit geben, die Hauptfigur Martha noch mal neu, aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. In der langen Zeit, in der ich »Über uns das All« entwickelt habe, ist neben dem Motiv des heimlichen Doppellebens ein weiteres Motiv in die Geschichte getreten: Als ich mich gefragt habe, wie jemand mit einem abrupten Ende einer Liebe umgeht, habe ich gemerkt, dass ich am ehesten wissen wollte, wie eine neue Liebesbeziehung aussehen könnte. Lässt sich ein Mensch, den man geliebt hat, durch einen anderen ersetzen? Kann man einen Menschen so sehr vermissen, dass man ihn in jemand anderem wieder entdeckt? Kann die Sehnsucht nach einer vergangenen Liebe eine neue erzeugen? Der Titel »Über uns das All« ist dabei fast so alt wie das Projekt selbst und mir über die Jahre ebenso wie die Figuren immer mehr ans Herz gewachsen. Der Gedanke, dass sich über dem eigenen Kopf ein ganzes Weltall befindet, gefällt mir; und dass sich über jedem unserer Köpfe ein endloser Raum aufbaut, illustriert unsere Einsamkeit wie unsere Gemeinsamkeit.«

Zur Person:
Jan Schomburg  wurde 1976 in Aachen geboren. Nach einem Studium der Visuellen Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel (Film und Fernsehen) absolvierte er den Studiengang Filmregie an der Kunsthochschule für Medien (KHM) in Köln. 2008 erhielt Schomburg zudem ein Stipendium an der Andrzej Waida Master School of Film Directing in Warschau. Er realisierte mehrere preisgekrönte Kurzfilme. "Über uns das All" ist Jan Schomburgs erster Kinolangspielfilm. Der Film wurde 1911 auf der Berlinale gezeigt.

Ort / Kino am Bundesplatz
Kostenbeitrag: Eintrittspreis Kino (9 EUR / ermässigt 7,50 EUR)


Samstag, 11. Oktober 2014, 15 – 18.30  Uhr  | Seminar und Workshop
Prof. Andrew Samuels (London)
»Leadership: Psychological, Political and Personal Perspectives«

Prof. Samuels schreibt uns dazu: 
»Leadership is a key political topic. But leadership is also a deeply psychological matter on the collective level. Moreover, there are many related personal questions that arise in connection with authority, autonomy, and taking responsibility. We will explore people’s ‘political memories’ of leaders and then review in a more systematic manner some models of leadership. The whole question of the possibilities and limitations of leadership on a personal level – making a difference, speaking out, stepping forward – will also be explored. Though the focus is contemporary, issues that still affect the Jungian community concerning Jung’s views on leaders and the led will undoubtedly be present in the atmosphere.

The seminar/workshop is open to all psychotherapists, psychologists, academics, journalists, and interested citizens. Do not worry if you are not confident in speaking in English; there will be translation and some work will take place in German.« 

Zur Person: 
Andrew Samuels is a Jungian analyst, professor, political consultant and activist. His work at the interface of politics and psychotherapy is internationally recognised. He has worked with political leaders, parties and activist groups. His many books have been translated into 19 languages. Relevant works for this event are The Political Psyche (1993), Politics on the Couch (2001), and Persons, Passions, Politics, Psychotherapy. Andrew is a frequent visitor to Germany and is known for his open and participatory style of conducting events like this one. www.andrewsamuels.com

Andrew Samuels betont weiter, es gehe ihm bei »Leadership/Führung« um ein psychologisches und politisches Konzept, nicht um Parteipolitik. Der Ort der Arbeit im Workshop sei in und zwischen den Individuen unter Anwesenheit eines Analytikers.

Prof. Samuels hat mit den Größen der Weltpolitik gearbeitet und verfügt über »amazing experiences«, wie er sagt, über die er sprechen, aber nicht schreiben könne. Dr. Joerg Rasche wird die wesentlichen Thesen Andrew Samuels ins Deutsche übersetzen.

Da dieses Seminar den Auftakt zu unserem neuen Studienjahr bildet, laden wir in der Pause und am Schluss wie in den vergangenen Jahren zu einem Umtrunk mit Imbiss ein.

Kostenbeitrag 20 / 16 / 10 €  (Gäste/Mitglieder und Rentner/Studierende und Erwerbslose)


Samstag, 18. Oktober 2014, 11 - 14 Uhr  | Seminar
 Beate Kortendieck-Rasche und Karin Langhammer, Berlin   
»Traumseminar«

Auch in diesem Semester wollen wir uns wieder zum Traumseminar treffen. Geplant sind drei Termine. Am Beispiel von Träumen soll Verständnis und Interpretation im Sinne der analytischen Psychologie erfahrbar werden. Dabei werden Träume von Teilnehmern im Mittelpunkt stehen. Die Themen von subjektstufiger und objektstufiger Deutung, die Symbolik auftretender Archetypen, der Aufbau von Träumen, Begriffe wie Anima/Animus, Schatten , Persona und Selbst wollen wir erneut aufnehmen und sie am Beispiel eingebrachter Träume erläutern. Auch Fragen wie: Wann und wozu träumen wir? könnten das Thema sein..
Als Schwerpunkt des kommenden Traumseminars schlagen wir die Symbole vor. Sie verbinden - ähnlich dem Traum- verschiedene Ebenen der Wirklichkeit. Die Gruppe ist offen, und wir freuen uns aber auch sehr über bekannte Gesichter.

Zur Person:Beate Kortendieck-Rasche ist niedergelassene Frauenärztin und Paartherapeutin in Berlin. Sie begleitet werdende Mütter und Väter in der Schwangerschaft, indem sie mit ihnen über ihre Träume arbeitet. Sie ist Mitglied im Vorstand der C.G. Jung Gesellschaft Berlin.

Karin Langhammer ist analytische Psychotherapeutin in eigener Praxis, Mitglied des C.G. Jung Institutes Berlin und der Deutschen Gesellschaft für Analytische Psychlogie, sie ist Mitglied im Vorstand der C.G. Jung Gesellschaft Berlin.

Kostenbeitrag 10 / 8 / 5 €  (Gäste/Mitglieder und Rentner/Studierende und Erwerbslose)


Samstag, 25. Oktober 2014, 11 - 14 Uhr  | Lektüreseminar
Dr. Christiane Henke, Dr. Günter Langwieler, Lina Launhardt (Berlin)
»Das rote Buch C.G. Jungs«

Es handelt sich um den elften Termin. Wir lesen die letzten Seiten des Liber Primus, des ersten Buches des Roten Buches. Es werden wieder Textauszüge mitgebracht. Es können auch neue Interessenten hinzukommen, man braucht aber eine gewisse Zeit, um sich in dem doch recht komplexen Text zurechtzufinden. Aber gerade das Lesen in der Gruppe hilft zu einem vertieften Verständnis und eröffnet immer wieder neue Perspektiven, die sich beim Lesen „im stillen Kämmerlein“ eher nicht auftun. Es ist beabsichtigt, bei der folgenden Sitzung am 22. November 2014 eine Zwischenbilanz unserer bisherigen Arbeit mit dem Roten Buch zu ziehen und wollen das auf besondere Weise tun. Mehr wird noch nicht verraten. 

Für neu Hinzukommende noch einmal der Ankündigungstext:
»Das Rote Buch zu lesen ist ein Abenteuer ganz eigener Art., denn die Frage, was dieses Buch eigentlich ist, ist nicht so leicht zu beantworten. Ist es ein Traumbuch, eine philosophische Abhandlung, eine Dichtung mit bunten Bildern, eine moderne mythologische Erzählung, ein farbig bebilderter Essay-Roman, eine Dokumentation prophetischer Visionen, eine Offenbarung, eine Privatbibel, ein Gesamtkunstwerk, ein Bericht über ein psychologisches Experiment mit Imaginationen? Die Reihe ließe sich fortsetzen, denn das Rote Buch ist ein Kosmos ganz eigener Art. Jung selbst sah darin später den Urstoff für sein ganzes späteres Werk.

Wir wollen in dem fortlaufenden Seminar das Rote Buch lesen und seinen kulturhistorischen, ideengeschichtlichen und psychologischen Zusammenhang erforschen. So wie das Rote Buch eine dialogische Auseinandersetzung eines imaginierenden Ichs mit seinen Phantasien beinhaltet, ruft es geradezu nach einem Dialog zwischen dem unmittelbaren Text und seinem Leser. Es soll deshalb auch Raum für die persönlichen Gedanken, Gefühle und Bilder der Teilnehmer zum gelesenen Text gegeben werden.«

Zur Person: 
Dr. jur. Christiane Henke,  Studium der  Germanistik, Anglistik, Philosophie  und Rechtswissenschaften. Lebt als freie Autorin in Berlin. Sie ist freie Mitarbeiterin beim RBB Fernsehen und schreibt als Autorin vor allem für das öffentlich rechtliche Radio.

Dr. med. Dipl.-Psych. Günter Langwieler, Studium der Psychologie und Humanmedizin, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse und Psychotherapie, niedergelassen in eigener Praxis, Dozent am C.G. Jung-Institut Berlin, Vorsitzender der C.G. Jung-Gesellschaft Berlin, zahlreiche Vorträge und Veröffentlichungen zu Jungs Werk (Wotan, Zarathustra-Seminar, Rotes Buch etc.).

Lina Launhardt, Studium der Soziologie, Kunstgeschichte, Allg. und Vergl. Literaturwissenschaften, Modellstudiengang Kulturarbeit, arbeitet als freie Autorin, u.a. Publikation von Katalogtexten, Film- und Ausstellungsprojekten im Bereich der Gegenwartskunst, seit 2006 intensive Beschäftigung mit dem Werk C.G. Jungs, seit 2011 Promotionsprojekt „Im Dialog mit der objektiven Psyche – Das Rote Buch von C.G. Jung und seine Bedeutung für den Archetypenbegriff“ bei Prof. Dr. Dr. phil. Harald Walach, Europa Universität Viadrina, Frankfurt/Oder. 
 

Dienstag, der 28. Oktober 2014, 20.30 – ca. 23.30 Uhr  | Reihe
»Psyche und Film« in Kooperation mit dem Kino am Bundesplatz
Anschliessende Diskussion in Anwesenheit von Benjamin Heisenberg 
»Der Räuber« Regie und Drehbuch: Benjamin Heisenberg, Ö/D 2010 (98 min.) 

Zum Film:  
Es handelt sich um eine Verfilmung eines Romans von Martin Prinz über den österreichischen Bankräuber, Mörder und Marathonläufer Johann Kastenberger, der auf der 60. Berlinale im Wettbewerb lief. Im Spiegel kommentierte Wolfgang Höbel: »Der Räuber beginnt mit bleichen, wie tot wirkenden Menschen, die sich hinter Zäunen und in engen Räumen bewegen und kaum reden. Also ziemlich genau der Sorte Kino, die man von einem Regisseur aus dem Umkreis der sogenannten Berliner Schule erwartet.(…) Das Überraschende an Heisenbergs Film aber ist, wie toll er uns Zuschauer doch ein paar Mal in echte fiebernde Thrillerspannung versetzt.«  Nach seiner Haftzeit wegen eines Banküberfalls, wo er im Gefängnis Marathonläufer wird, führt er ein Doppelleben als Sportler, der von Preisgeldern lebt und eine Beziehung zu einer Frau führt, und einem Leben mit Maske und Schrotflinte, die er bei zahlreichen Banküberfällen benutzt. Er verstrickt sich immer mehr in kriminellen Aktionen, erschlägt seinen Bewährungshelfer und auf der Flucht weitere Opfer, bis er schließlich in einer erbarmungslosen Jagd endet. Die Bezüge zu Schillers »Die Räuber« sind nicht rein zufällig. Benjamin Heisenberg wird selbst anwesend sein und mit uns diskutieren. (immer unter dem Vorbehalt, dass nicht kurzfristig andere Verpflichtungen eintreten.)

Ort / Kino am Bundesplatz
Kostenbeitrag: Eintrittspreis Kino (9 EUR / ermässigt 7,50 EUR)

Alle Veranstaltungen finden, sofern nicht anders angegeben, wie gewohnt im Evangelischen Kirchenforum Stadtmitte an der Parochialkirche, Klosterstr. 66, 10179 Berlin, U Klosterstraße, U/S Jannowitzbrücke statt.

Informieren Sie sich bitte regelmäßig auf unserer Homepage zu weiteren Veranstaltungen und zum Jahresprogramm  und empfehlen uns weiter. 


Mit freundlichen Grüßen,  

Dr. Günter Langwieler
1. Vorsitzender
C.G. Jung-Gesellschaft Berlin e.V.

 

Unsere Adresse:
c/o Dr. Günter Langwieler
Merseburger Str. 14
D-10823 Berlin
Telefon +49 (0)30 611 13 74 (AB)
Email post@jungberlin.de
Internet www.jungberlin.de

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